räuber.schuldengenital

von Ewald Palmetshofer

Deutsche Erstaufführung

Hungrig kehren Franz und Karl zurück ins Elternhaus, wo sie längst nicht mehr willkommen sind. Die alten Eltern haben es sich so selbstgenügsam wie vergnüglich eingerichtet in ihrem Lebensabend – genauso wie die alte Nachbarin mit ihrer neuen Liebe. Sie lässt sich dennoch gern von ihrer Tochter Petra pflegen. Und so kann diese nicht mehr aus dem Haus und wartet drinnen auf die Zukunft. Das immerzu fortdauernde Fest der Alten wollen die Jungen, Ausgeschlossenen, nun endlich stürmen und ihre Forderungen stellen: nach dem Geld von Morgen und nach dem „MEHR- ALS-GELD“ – dass endlich überhaupt ein Morgen anbricht.

Beschwörend, komisch, dystopisch und lyrisch zart fragt Ewald Palmetshofers neues Stück nach der Zeit und ihrem Vergehen, nach der Möglichkeit von Veränderung, nach Schulden und Erbe der alten und der jungen Generation und danach, wer dabei die Räuber sind.

  • premiere 17 Mai 13
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 30
  • Keine Pause
  • Regie Alexander Riemenschneider
  • Bühne Rimma Starodubzeva
  • Kostüme Lili Wanner
  • Musik Arne Jansen
  • Licht Uwe Grünewald
  • Dramaturgie Veronika Maurer
mit

Es könnte auch anders sein.

Ein Gespräch mit Ewald Palmetshofer über „räuber.schuldengenital“

Vor der Premiere von "räuber.schuldengenital" sprach Dramaturgin Veronika Maurer mit Autor Ewald Palmetshofer über die Themen und Motive des Stückes: "Der Gedanke war, dass diese ewige Gegenwart eine Form von Zeit ist, die ohne den Anderen auskommt, oder ohne das Denken des Anderen. Die immer schon den Nebenmenschen assimiliert hat; der kann dieses Gleichbleibende der Zeit gar nicht mehr aus dem Tritt bringen oder stören. Der Andere, und somit auch die Zukunft des Anderen oder die gemeinsame Zukunft mit dem anderen Menschen, ist damit schon immer annulliert. Wenn dieses Denken der Zukunft nur als Fortschreibung der Gegenwart gedacht wird, gibt es nichts Überraschendes mehr, das noch passieren könnte."

Es könnte auch anders sein.

räuber. schuldengenital Programmheft (PDF)

räuber. schuldengenital Programmheft (PDF)
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räuber.schuldengenital

Inhaltsangabe

Was wäre, wenn das Zeitmodell, auf dem alles Zukunftsdenken, -planen, -berechnen und -hoffen basiert, schlichtweg nicht mit der Realität übereinstimmte? Wenn sich nämlich das Vergehen von Zeit nicht als Fortschreiten sondern als Schleife einer ewigen Gegenwart erwiese? Wenn Veränderung längst ausgeschlossen wäre? 

räuber.schuldengenital

"Dieses Gefühl, dass die Zeit festgefroren ist"

Sie sind viele, sie sind reich, und sie sind mächtig: Die Babyboomer bestimmen, wo es langgeht – in der Politik, in der Wirtschaft, in der Kultur. Warum kommen die Jüngeren nicht gegen sie an? Eine Polemik von Anita Blasberg in der ZEIT.

"Dieses Gefühl, dass die Zeit festgefroren ist"
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RÄUBER.SCHULDENGENITAL (FOTOGALERIE)

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"ihr könnt kein Morgengrau'n erfinden euch, das nicht ihr selber seid"
Ewald Palmetshofer, "räuber.schuldengenital" 

13 Mai 13
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"ihr könnt kein Morgengrau'n erfinden euch, das nicht ihr selber seid" (Ewald Palmetshofer, "räuber.schuldengenital" ab Freitag im Marstall)

Der kommende Aufstand

Unter welchem Blickwinkel man sie auch betrachtet, die Gegenwart ist ausweglos. Denen, die unbedingt hoffen wollen, raubt sie jeden Halt. Diejenigen, die vorgeben, Lösungen zu besitzen, werden auf der Stelle widerlegt. Es besteht Einverständnis, dass alles nur noch schlimmer werden kann. "Das Künftige hat keine Zukunft mehr" ist die Weisheit einer Epoche.

Der kommende Aufstand