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Mockumentary of a contemporary saviour

Dance 2017 – 15. Internationales Festival für zeitgenössischen Tanz der Landeshauptstadt München

Wim Vandekeybus / Ultima Vez

Deutsche Erstaufführung

Das jüngste Werk des belgischen Star-Choreografen bezieht sich auf eine Sentenz der US-amerikanischen Science-Fiction-Autorin Ursula K. Le Guin: "Science fiction is not predictive. It is descriptive." Der Entwurf zukünftiger Welten, besagt der Satz, beschreibt eigentlich unsere Gegenwart. Dieses Paradox greift Wim Vandekeybus auf, indem er eine "Mockumentary", einen fiktionalen Dokumentarfilm, choreografiert, in dessen Zentrum das Porträt eines zeitgenössischen Messias steht. In "Mockumentary of a contemporary saviour " (Uraufführung April 2017) sind die Menschen unsterblich geworden. Bedroht von einer alles zerstörenden Kraft, gelang einigen von ihnen mit der Hilfe eines Kindes die Flucht in ein Refugium. Doch das Leben dort erweist sich als unerträglich. Denn da die Menschen immer noch menschlich sind und von unterschiedlicher Herkunft, hadern sie miteinander und mit sich selbst. Sind sie es wert, gerettet zu werden? Sollen sie ihr Schicksal annehmen oder wäre es besser, sich der zerstörerischen Macht zu ergeben? Utopie und Dystopie liegen nicht weit auseinander. Wim Vandekeybus, der zu den wichtigsten internationalen Choreografen zählt, feierte mit seiner Kompanie Ultima Vez im vergangenen Jahr sein dreißigjähriges Jubiläum. Wie häufig in seinem umfangreichen Werk thematisiert auch "Mockumentary of a contemporary saviour, das im vergangenen April in Brüssel Premiere feierte, existentielle Fragen unseres Lebens.

 

 

 

  • Künstlergespräch im Anschluss an die Vorstellung