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Macht braucht Zeugen IV. Grexit – Brexit – Exitus? Wohin des Wegs, Europa?

Alexander Graf Lambsdorff und Stefan Kornelius diskutieren

Es gab schon bessere Zeiten für und in Europa. Einst wuchs unter dem nach Kriegsende erbauten Dach der Europäischen Union eine bunte, vielgliedrige Familie heran, baute Seitenflügel und Obergeschosse an, nahm Verwandte und Bekannte auf, gab die lästigen Türen zwischen den einzelnen Zimmern auf und ließ zwischen Euro, Schengen und Erasmusstipendium eine schöne neue Welt entstehen. Noch weiß man nicht genau, wann die Bewohner im Verborgenen begannen, die Türen wieder aus den Kellern hervorzukramen und die Gemeinschaftsküche nicht mehr aufzuräumen. Fest steht: Das Haus ist vielleicht noch nicht bankrott, aber ungemütlich geworden. Man möchte aus der Nachbarschaft fortziehen, wenn das ginge. Europa hat jetzt nicht nur viele niegelnagelneue Türen, sondern vor dem Fenster eine große Mauer und vor dieser viele Leichen. Finanzkrise, Griechenland-Krise, Flüchtlingskrise, Brexit, der Streit mit dem ewigen Bündniskandidaten Türkei, die Entfremdung zwischen Staatsbürgern und supranationaler Bürokratie – die Risse im Gebäude sind tief. Leichtes Spiel für die Abrissbirnen der Populisten? Zeit für Bestandsaufnahme, Selbstvergewisserung, Zukunftsstrategien.

Zu Gast: Alexander Graf Lambsdorff (*1966 in Köln), ist seit 2004 Europaabgeordneter und wurde 2014 zum Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments gewählt. Zuvor war er fünf Jahre stellvertretender Vorsitzender der Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE). Graf Lambsdorff ist Mitglied im Ausschuss für internationalen Handel sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten. Außerdem ist er Mitglied im gemischten parlamentarischen Ausschuss EU-Türkei und in der Delegation des europäischen Parlaments für die Beziehungen zu Israel. Seit 2011 ist Graf Lambsdorff Vorsitzender der FDP im Europäischen Parlament. Mit seiner Expertise als ausgebildeter Diplomat engagierte sich Graf Lambsdorff bereits mehrfach als Leiter von EU-Wahlbeobachtungsmissionen in verschiedenen Ländern Asiens und Afrikas.

Moderation: Stefan Kornelius, ist seit 2000 als Ressortleiter Außenpolitik für die außenpolitische Berichterstattung und Kommentierung  der Süddeutschen Zeitung verantwortlich. Er schreibt vor allem zu europa- und sicherheitspolitischen Themen und war als Korrespondent und Büroleiter in  Washington, Berlin und Bonn stationiert. Kornelius wurde mit mehreren Journalistenpreisen ausgezeichnet, unter anderem dem Karl-Klasen-Preis und dem Arthur-F.-Burns-Preis für Kommentierung. Zuletzt erschien von ihm die außenpolitische Biografie "Angela Merkel – die Kanzlerin und ihre Welt", die in 13 Sprachen übersetzt wurde. Er absolvierte die Henri-Nannen-Journalistenschule und studierte in Bonn und an der London School of Economics Politik, Geschichte und Öffentliches Recht.

Eintritt frei, mit Einlasskarten.
In Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung.

Marstall
  • So 07. Mai 17, 18:00 Uhr

Macht braucht Zeugen im Marstall

Alexander Graf zu Lambsdorff und Stefan Kornelius diskutieren über Europas Zukunft

In der Spielzeit 2016/17 führt das Residenztheater die Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung fort: Regelmäßig laden wir zu einer Diskussion politischer, juristischer und gesellschaftstheoretischer Fragen ein, die jeweils von einem Journalisten der SZ moderiert wird. Nachdem wir uns in der letzten Spielzeit dem "Feind im Inneren" widmeten, richten wir jetzt den Blick auf verschiedene Zentren der Macht – und ihre Zeugen. Am 7. Mai spricht Stefan Kornelius, Leiter des Ressorts Außenpolitik der Süddeutschen Zeitung, im Marstall mit Alexander Graf zu Lambsdorff über die Konsequenzen des Brexit für Europa.

Macht braucht Zeugen im Marstall

Macht braucht Zeugen III. Die Türkei: Zerreissprobe am Bosporus

Günter Seufert und Christiane Schlötzer diskutieren

In der Spielzeit 2016/17 führt das Residenztheater die Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung fort: Regelmäßig laden wir in die "Schöne Aussicht" zu einer Diskussion politischer, juristischer und gesellschaftstheoretischer Fragen ein, die jeweils von einem Journalisten der SZ moderiert wird. Nachdem wir uns in der letzten Spielzeit dem "Feind im Inneren" widmeten, richten wir jetzt den Blick auf verschiedene Zentren der Macht – und ihre Zeugen. Am 23. April spricht Christiane Schlötzer, stellvertretende Ressortleiterin der Seite Drei der Süddeutschen Zeitung, mit Günter Seufert, Soziologe, Journalist und Autor zur Türkei über die Konsequenzen des Verfassungsreferendums in der Türkei.

Macht braucht Zeugen III. Die Türkei: Zerreissprobe am Bosporus