Gefährliche Liebschaften

von Christopher Hampton nach Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos

Deutsch von Alissa und Martin Walser

Die verwitwete Marquise de Merteuil, Angehörige der höchsten Pariser Gesellschaftskreise, ist von ihrem Liebhaber, dem Comte de Gercourts, verlassen worden. Sie will sich rächen und beauftragt den ebenso durchtriebenen wie unwiderstehlichen Vicomte de Valmont - einer ihrer ehemaligen Liebhaber - die Klosterschülerin Cécile de Volanges, zukünftige Braut ihres Ex, zu verführen.
Valmont reizt es jedoch vielmehr, die als tugendhaft bekannte, verheiratete und streng religiöse Madame de Tourvel zu erobern. Durch ein hinterhältiges Intrigen- und Ränkespiel gelingt ihm das, nebenbei entjungfert er Cécile.
Doch der gnadenlose Herzensbrecher erliegt seinen eigenen Verführungsstrategien: Er verliebt sich in Madame de Tourvel - eine Schwäche, die von der lustvoll destruktiven Marquise de Merteuil nicht hingenommen werden kann.

Die höfische Rokoko-Gesellschaft kurz vor der Französischen Revolution ist der Lebensraum, in dem der Autor Choderlos de Laclos (*1741 †1803) die raffinierten Gemeinheiten von Madame de Merteuil und ihrem Komplizen Valmont gedeihen lässt. Choderlos de Laclos, Offizier und Redenschreiber von Robespierre, kannte die Bigotterie und die Fallstricke seiner Zeit. Noch im Vorwort zu diesem Briefroman formuliert der Autor seine moralische Absicht, die Liebes- und Sexualausschweifungen der höfischen Gesellschaft anzuprangern. Doch das Böse ist verführerischer als Tugend und Pädagogik. So gerät sein mehrfach verbotener Besserungs-Roman zu einem Glanzstück der psychologischen Analyse menschlicher Abgründe, das die Mechanismen der Verstellung grandios bloßlegt.

Katrine Wiedemann (*1969) ist eine der bekanntesten Regisseurinnen Dänemarks. Seit Anfang der 1990er Jahre zählen ihre Inszenierungen zu den einflussreichsten in der dänischen Theaterszene. Für ihre Arbeiten ist sie bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Im Jahr 2006 erhielt sie den Reumert Preis in den Kategorien "Beste/r Regisseur/in" und "Inszenierung des Jahres" mit dem Stück "Havfruen". Diese Auszeichnung erhielt auch ihre Aufführung "Ein Traumspiel" 2008. Seitdem hat Katrine Wiedemann weitere Klassiker wie "Maria Stuart", "Hamlet" oder "Macbeth" mit großem Erfolg in Dänemark auf die Bühne gebracht.

Cuvilliéstheater
  • Do 16. Jun 16, 19:30 Uhr
  • Vorstellungsdauer ca. 2 std. 45
  • eine pause
  • Regie Katrine Wiedemann
  • Bühne und Kostüm Maja Ravn
  • Licht Markus Schadel
  • Dramaturgie Laura Olivi
mit
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DER VICOMTE VON VALMONT AN DIE MARQUISE VON MERTEUIL

BRIEF CLIII

Ich antworte unverzüglich auf Ihren Brief und will trachten, mich klar auszudrücken, was bei Ihnen nicht leicht ist, wenn Sie einmal entschlossen sind, nicht zu verstehen. Langer Rede brauchte es nicht, um festzustellen, daß, da jeder von uns genug in Händen hat, um den andern zugrunde zu richten, wir gleich stark daran interessiert sind, uns gegenseitig zu schonen. So handelt sich’s denn nicht darum.

DER VICOMTE VON VALMONT AN DIE MARQUISE VON MERTEUIL

DIE MARQUISE VON MERTEUIL AN DEN VICOMTE VON VALMONT

BRIEF LXXXI

Was Ihre Befürchtungen mir für Mitleid einflößen! Wie sie mir meine Überlegenheit über Sie zeigen! Und Sie wollen mich lehren, mich leiten?

Ach armer Valmont, welcher Abstand zwischen Ihnen und mir! Nein, aller Stolz Ihres Geschlechts würde nicht genügen, um den Raum, der uns trennt, auszufüllen. Was haben Sie denn eigentlich getan, was ich nicht tausendmal übertroffen hätte? Sie haben viele Frauen verführt, sogar zugrunde gerichtet: aber welche Schwierigkeiten haben Sie zu brechen gehabt? Welche Hindernisse zu überwinden? Wo ist darin das Verdienst, das wirklich Ihnen gehört?

DIE MARQUISE VON MERTEUIL AN DEN VICOMTE VON VALMONT

Gefährliche Liebschaften

Inhaltsangabe

Der Vicomte de Valmont und die Marquise de Merteuil, durch eine ehemalige Affäre und eine langjährige Freundschaft verbunden, haben sich den Prinzipien der Libertinage verschrieben und wetteifern geradezu in der Kunst der Verführung. Trickreich umgarnen sie das Opfer, binden es durch Gefühl, ohne sich selbst darin zu verstricken und lassen es kaltblütig fallen, sobald sie erreicht haben, was sie wollten. Lust und Macht sind die obersten Maximen ihres Handelns.

Gefährliche Liebschaften

Gefährliche Liebschaften Programmheft (PDF)

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GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN (FOTOGALERIE)

"Liebe ist etwas, das man benutzt, nicht etwas, dem man verfällt."

Christo- pher Hampton, "Gefähr- liche Lieb- schaf- ten"