Die schönen Tage von Aranjuez

von Peter Handke

"Und wieder ein schöner Sommertag. Und wieder eine Frau und ein Mann an einem Tisch im Freien." Peter Handkes neues Stück ist ein Sommerdialog eines namenlosen Paares. „Der Mann“ und „Die Frau“ umkreisen einander und ihre Vergangenheit: Momente der tiefen Freude, das Frauwerden, Erfahrungen von Erotik und Beisammensein, Sehnsucht nach Natur.

Frag mich! Erzähl! Aber berühr mich nicht! Ganz einander zugewandt, sind sich die beiden zugleich nah und fremd, Rätsel und offenes Buch. Bei aller Gelassenheit des gelebten Lebens wirken ihre Erzählungen dennoch sehnend und nostalgisch. "Die schönen Tage von Aranjuez sind nun zu Ende" ist der erste Satz aus Schillers "Don Karlos" und es wirkt, als begebe sich das Sommertagspaar erinnernd auf die Suche nach dem gewesenen Schönen, um es im Hier und Heute zu neuem Glanz zu bringen. Aber auch die Kräfte der Zerstörung greifen Raum. Vielleicht fällt sie am Ende in eins: die Angst vor dem Berührtwerden – und die Sehnsucht danach.

  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 30
  • Regie Daniela Löffner
  • Bühne Claudia Kalinski
  • Kostüme Sabine Thoss
  • Licht Gerrit Jurda
  • Video Meike Ebert
  • Dramaturgie Stefan Bläske
mit

DIE SCHÖNEN TAGE VON ARANJUEZ (FOTOGALERIE)

Spiele das Spiel

Dramatisches Gedicht

Spiele das Spiel. Gefährde die Arbeit noch mehr. Sei nicht die Hauptperson. Such die Gegenüberstellung. Aber sei absichtslos. Vermeide die Hintergedanken. Verschweige nichts.

Spiele das Spiel

"Noli me tangere"

Auszüge von Jean-Luc Nancy

„Berühre mich nicht, halte mich nicht fest, versuche weder zu halten noch zurückzuhalten, sage jeder Anhängerschaft ab, denke an keine Vertrautheit, an keine Sicherheit. Glaube nicht, es gäbe eine Versicherung. Glaube nicht, auf keine Weise. Aber bleibe in diesem Nicht- Glauben standhaft. Bleib ihm treu. Bleib meinem Fortgang treu. Bleib dem allein treu, was in meinem Fortgang bleibt.“

"Noli me tangere"

Früchte tragen. Versuch über das A und O

Zum Stück "Die schönen Tage von Aranjuez"

„Und wieder ein Sommer. Und wieder ein schöner Sommertag. Und wieder eine Frau und ein Mann an einem Tisch im Freien, unter dem Himmel.“ So beginnt Peter Handkes letztes Stück, vorgeblich kein Drama, sondern ein Sommerdialog zwischen Mann und Frau. Sie braucht und fordert seine Fragen, möchte indes nicht bedrängt werden. Erzählen, so frei wie möglich. Dabei gibt es offensichtlich Abmachungen und „Spielregeln“.

Früchte tragen. Versuch über das A und O

"Das Geheimnis des Schreibens sind für mich die Nebensachen"

Interview

Peter Handke im Gespräch mit Thomas Oberender über "Die schönen Tage von Aranjuez": "Eigentlich ist es kein Drama, sondern ein 'Sommerdialog', wie es da steht. Aber natürlich spielt schon irgendetwas mit. Es geht schon um was. Wenn Sie Drama übersetzen in das Zeitwort: Es geht um was. Es geht schon um was zwischen den beiden. Aber ich könnte es nicht sagen."

"Das Geheimnis des Schreibens sind für mich die Nebensachen"

Die schönen Tage von Aranjuez Programmheft PDF

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Kampf um die Liebe

Interview

Regisseurin Daniela Löffner sprach mit Spiegel Online über Peter Handkes "Die schönen Tage von Aranjuez" - über die Impulsivität des Textes, aber auch über die Gegensätzlichkeit von Autor und Text: "Wie Handke spricht und schreibt, kommt mir sehr nahe, und im nächsten Moment erscheint er mir in seiner Isolation sehr fern, auch desinteressiert an der Welt. Für eine Regisseurin ist er Partner und Gegner zugleich." 

Kampf um die Liebe
02 Jul 13
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"Sprich mir nicht von Liebe. Ne me parle pas d’amour." (Peter Handke, "Die schönen Tage von Aranjuez", ab 13. Juli im Marstall)

"Sprich mir nicht von Liebe."
Peter Handke