Die Hamletmaschine

von Heiner Müller

Er war Hamlet. Oder Ophelia. Und viele andere, vielleicht alle. Ein Angeber, Vorgeber, Vorsteller, Darsteller. Ein Kulissenschieber, Gaukler der Geschichte, Verführer der Massen, Spieler seiner selbst, Zweifler, eine Zitatmaschine. Steht da als sei er schon immer dagewesen. Und ist doch fremd wie keiner.

Heiner Müllers schrieb „Die Hamletmaschine“ 1977 im Rahmen seiner Übersetzungsarbeit an Shakespeares „Hamlet“: ein nur neunseitiger Text, zutiefst persönlich und zugleich politisch. Ein Hohelied des Welt-Theaters – und dessen Abgesang.
„Ich spiele keine Rolle mehr. Meine Worte haben mir nichts mehr zu sagen. Meine Gedanken saugen den Bildern das Blut aus. Mein Drama findet nicht mehr statt. Hinter mir wird die Dekoration aufgebaut. Von Leuten, die mein Drama nicht interessiert, für Leute, die es nichts angeht.“

Katrin Plötner, geb. 1985 in Berlin, 2006 bis 2011 Regiestudium an der Universität Mozarteum Salzburg, die Diplominszenierung „Angriffe auf Anne“ war zu Fast Forward (Europäisches Festival für junge Regie) am Staatstheater Braunschweig eingeladen. Weitere Inszenierungen am Schlossplatztheater Berlin, am Theater im KunstQuartier Salzburg und an der Universität Mozarteum Salzburg. Ihre Produktionen wurden eingeladen zum Kaltstart Pro Hamburg, zur Young Actors Week Salzburg, ins ROTTSTR 5 Theater Bochum, zum UniTHEA Festival Frankfurt (Oder) und zum OPEN OHR Festival Mainz. Seit der Spielzeit 2011/12 ist sie Regieassistentin am Residenztheater München und zeigt hier regelmäßig Beiträge bei der Assistenten-Reihe „Nachts und Nebenbei“.

  • Vorstellungsdauer ca. 1 std.
  • Regie Katrin Plötner
  • Bühne und Kostüme Anneliese Neudecker
  • Licht Gerrit Jurda
  • Choreographie Pascale Utz
  • Dramaturgie Stefan Bläske
mit
  • Robert Niemann

Heiner Müller Festival

"Und Morgen wird gemacht aus Jetzt und Hier"

Das Residenztheater lädt vom 24. bis 26. Mai zu einem Heiner-Müller-Wochenende mit Eigenproduktionen und Gastspielen rund um Heiner Müller und seine Themen Revolution und Geschichte, u.a. mit Dimiter Gotscheffs "Zement" und seiner Inszenierung von "VERKOMMENES UFER MEDEAMATERIAL LANDSCHAFT MIT ARGONAUTEN | Mommsens Block" vom Deutschen Theater Berlin.

Heiner Müller Festival

MARSTALLPLAN 2: DIE HAMLETMASCHINE (FOTOGALERIE)

JUST THE WORST TIME OF THE YEAR FOR A REVOLUTION
H. Müller, "Die Hamletmaschine"

Ein verwegener Plan

Spiegel Online berichtet über das "verwegene Projekt", beim MARSTALLPLAN innerhalb von zwei Tagen sechs Hochstapler-Produktionen zur Premiere zu bringen und dabei lustvoll mit den Identitäten zu spielen: "Und so befreien sie Zuschauer wie Schauspieler im besten Fall vom Fetisch der vergangenen Jahre: der Authentizität."

Ein verwegener Plan

MAKING OF: MARSTALLPLAN (FOTOGALERIE)

Marstall

Der Marstall, erbaut von Leo von Klenze, diente der adeligen Gesellschaft Anfang des 19. Jahrhunderts als Hofreitschule. Doch mit dem Untergang der Monarchie findet auch das Reiten im Marstall ein Ende. 1971 wird im Marstall das Potential einer Studio- und Experimentierbühne erkannt und ein gutes Jahr später eröffnet Walter Schmidinger mit Franz Xaver Kroetz‘ Stück "Globales Interesse" die neu gewonnene Spielstätte.

Marstall