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Die Gesellschaft der Angst. Vortrag von und mit Heinz Bude

Ausgehend von der Inszenierung „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ referiert der Soziologe Heinz Bude über „Die Gesellschaft der Angst“. Edward Albee spiet in seinem Titel „Who´s Afraid of Virginia Woolf?“ mit dem bekannten Kinderlied “Who´s Afraid of the Big Bad Wolf?” und zielt auf die bürgerliche Idylle von Sattheit und Selbstherrlichkeit. Er spürt den gesellschaftlichen Ängsten nach und fragt, „wer fürchtet sich vor einem Leben ohne falsche Illusionen?“. Am Leitfaden des Erfahrungsbegriffs der Angst erfasst Heinz Bude eine Gesellschaft der verstörenden Ungewissheit, der runtergeschluckten Wut und der stillen Verbitterung. Das betrifft die Intimbeziehungen genauso wie die Arbeitswelt, das Verhältnis zu den politischen Angeboten ebenso wie die Haltung zur Finanzdienstleistung. Welchen gesellschaftlichen Entwicklungen sehen sich die Menschen ausgeliefert, wo fühlen sie sich verlassen, bevormundet oder übergangen? Wie kann unser Ich der Angst standhalten und in welchen Ritualen und Diskursen kann es sich mit anderen über die gemeinsamen Ängste verständigen?