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Der Herr Karl

von Carl Merz und Helmut Qualtinger

Gastspiel von Nikolaus Habjan

Helmut Qualtingers seit seiner Erstausstrahlung im ORF 1961 zum Klassiker avancierter Charakter ist allgegenwärtig, der Herr Karl ein besorgter Bürger par excellence. Nikolaus Habjan aktualisiert Merz' und Qualtingers Text und verteilt den Monolog eines Wiener Bürgers – einem Opportunisten, einem, für den früher alles besser war (oder schlechter?) – auf drei Puppen. Die Jury des bestOFFstyria 2.10-Festivals nannte Habjans "Der Herr Karl" dementsprechend eine "Beiselmilieustudie im 20er-Jahre Look", eine Gratwanderung zwischen den Abgründen der Menschen und dem eigenen Wiedererkennen in den Puppen des Herrn Habjan.

Wenn Nikolaus Habjan Theater macht, kann alles passieren. Mit „Der Herr Karl“ widmet er sich einem österreichischen Klassiker, sein mit dem Nestroy- Theaterpreis ausgezeichnetes Stück "F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig" behandelt die Misshandlungen und Ermordungen von mehreren hundert als behindert oder "sozial minderwertig" wahrgenommenen Kindern durch NS-Ärzte in der Wiener Krankenanstalt "Am Spiegelgrund" in der Zeit des Dritten Reichs, und das Stück "Becoming Peter Pan" konnte zeitweise nur unter Polizeischutz aufgeführt werden – der Streitpunkt: Darf man Michael Jackson im Rollstuhl zeigen? Mit seinen selbst hergestellten Klappmaulpuppen ist Nikolaus Habjan seit Jahren in Österreich und zunehmend auch in Deutschland erfolgreich. Im Januar 2018 wird er mit seiner Inszenierung von Marivaux‘ "Der Streit" erstmalig mit Schauspielern des Residenztheaters arbeiten.

Residenztheater
  • Sa 08. Jul 17, 20:00 Uhr
  • So 09. Jul 17, 19:00 Uhr
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std. 30
  • Keine Pause
  • Puppenbau und -spiel Nikolaus Habjan
  • Regie Simon Meusburger