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Der Feind im Inneren: IV. Im Bad der Menge.

Die Sehnsucht nach dem Skandal in der Erregungsgesellschaft.

Hilmar Klute im Gespräch mit Serdar Somuncu

Auch im Juni laden wir wieder gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung zu einem Gespräch in die „Schöne Aussicht“ ein, um die Auseinandersetzung mit der Figur der Stunde, dem Feind im Inneren, zu suchen. In einer Zeit, in der Satiriker zum Staatsfeind Nr. 1 werden und Bildungsreisen nach Nordkorea buchen, ausländische Staatspräsidenten deutsche Fernsehshows sehen, statt zu arbeiten, und das Recht auf Meinungs- und Kunstfreiheit plötzlich auf irritierende Weise auch von Leuten verteidigt wird, die sich ansonsten dem Kampf gegen die Lügenpresse und der Befürwortung von „nationaler“ Zensur im Feld der Kunst verschrieben haben, reden wir über Kunst und Kritik, Grundrechte und die Temperatur der Öffentlichkeit.

Zu Gast: Serdar Somuncu, Regisseur, Schauspieler, Kabarettist, Musiker und Schriftsteller, läuft seit Jahren scharfzüngig den schmalen Grat zwischen Satire und Aufklärung, Kunst und Medienkritik ab. Er macht mit seinen Soloprogrammen, wie z.B. "Nachlass eines Massenmörders", "Der Hassprediger liest BILD" und "Hatenight", seit Jahren die Republik, das Fernsehen und das Netz unsicher, tritt öfter in der "heute-show" auf und kennt sich mit Zensur und schusssicheren Westen aus.

Das Gespräch wird von Hilmar Klute moderiert. Klute, geboren 1967 in Bochum, hat in München studiert und ist Redakteur der SZ. Verantwortet das "Streiflicht", schreibt Reportagen, Essays und Porträts und Bücher, die von Hunden und ihren Besitzern, Ringelnatz, Burnoutgeschüttelten und anderen besonderen Mosaiksteinen unserer reichen Welt handeln.

Eintritt frei, mit Einlasskarten.

In Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung.

"Der Feind im Inneren"

Gesprächsreihe mit der Süddeutschen Zeitung

Auf ganz verschiedene Weise ist der Feind im Inneren zur Figur der Stunde geworden: Er wohnt in den Vorstädten unserer Hauptstädte und trifft uns an den empfindlichen Orten unseres freiheitlichen Selbstverständnisses, er gründet rechtsradikale Terrororganisationen mitten im Land und wird von unseren eigenen rechtsstaatlichen Strukturen genährt, er wird zu einem von uns und wir zu ihm, wenn unser Staat argwöhnisch unser digitales Ich zu fassen sucht. Ab März lädt das Residenztheater einmal im Monat gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung zu einem Gespräch in die "Schöne Aussicht" ein, das vor einer inhaltlich angebundenen Vorstellung den Blick auf politische, juristische, gesellschaftstheoretische Fragen rund um den Feind im Inneren lenkt.

"Der Feind im Inneren"