Der Bau

von Franz Kafka

Der Baubewohner weiß was richtig und falsch ist, er kennt sie noch, die aufgegebene Höhe, den Glauben. Mit seiner Stirn hat er sich ein Paradies in den Waldboden gegraben und lebt dort in sicherer Entfernung zur Gesellschaft. Ausbesserungsarbeiten und genüssliches Flanieren durch die Vertrautheit seiner Gänge und Plätze bestimmen sein Dasein. In der Ruhe seines Baus kann er aufatmen, kann in wohligen Schlaf sinken auf seinen angesammelten Vorräten.

Irgendwann ist nicht mehr abzustreiten, dass ein Geräusch sich eingestellt hat, dass jemand eindringt. Und das bedeutet die absolute Bedrohung für seinen Bau und also ihn selbst. „Aber es wäre ja nicht ein einzelnes Tier, es müsste eine große Herde sein, die plötzlich in mein Gebiet eingefallen wäre, eine große Herde kleiner Tiere." Zeitlos schrecklich und tief sind die Ängste Franz Kafkas. Seine Erzählung "Der Bau" kann dabei helfen, dass unser durch Vorurteile geprägtes Sicherheitsbedürfnis nicht in eben diese Manie umkippt, die jetzt wieder unmenschliche Konsequenzen hat.

Jakub Gawlik, junger Regisseur und Regieassistent am Residenztheater, der sich mehrfach am Frankfurter Autorentheater und im Marstallplan gezeigt und bewiesen hat, inszeniert die Erzählung als Monolog mit der Ausnahmeschauspielerin Valery Tscheplanowa. Ein Solo im Marstall. Bis Sie kommen.

Marstall
  • Do 06. Okt 16, 20:00 Uhr
  • Fr 07. Okt 16, 20:00 Uhr
  • Sa 12. Nov 16, 20:00 Uhr
  • Fr 18. Nov 16, 20:00 Uhr
  • Vorstellungsdauer ca. 1 std.
  • Keine Pause
  • Regie und Bühne Jakub Gawlik
  • Kostüme Eva Bienert
  • Dramaturgie Götz Leineweber
Bild 

"Vertrauen kann ich nur mir und dem Bau."
Franz Kafka "Der Bau"