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Buchpremiere Heiner Müller: "Für alle reicht es nicht" – Texte zum Kapitalismus

Neben der Beschäftigung mit Heiner Müllers "Mauser", den Repertoirevorstellungen von "Zement" und "Philoktet" sowie dem Gastspiel des Stücks "Der Auftrag" stellt das Residenztheater im Monat April die aktuell in der edition suhrkamp erschienene Anthologie mit Texten Müllers zum Thema "Kapitalismus" vor.
Müllers lakonisch formulierte Prognose heraufziehender Verteilungskämpfe wurde im Taumel der Wende ebenso oft belächelt wie zurückgewiesen. Mit dem Ausbrechen barbarisch geführter Terrorkriege und den daraus resultierenden Flüchtlingsströmen ist sie allerdings Realität geworden. Die Fragen, die sich damit stellen, lauten: Reicht es wirklich nicht für alle? Soll es überhaupt für alle reichen? Wie weit klaffen die politischen Gegebenheiten und die Hoffnung auf eine gerechte Welt auseinander? Sind Verteilungsfragen nicht die Kraftquelle des grassierenden Populismus? Müllers Blick auf Geschichte und Gesellschaft fällt auf soziale Macht – und Kräfteverhältnisse, die alles andere als harmonisch und friedlich sind. Seine Texte beschreiben die geschichtliche Wirklichkeit als Welt von Widersprüchen, die immer wieder zu Konflikten und Kriegen führen. Sie bilden den Grund der Texte: "Denn die Welt, wie sie ist, ist nicht möglich, man muss sie in ihrer Unmöglichkeit, im Alptraum ihrer unfasslichen Widersprüche zeigen – und sie erst möglich machen, d.h. verändern."

Helen Müller und Clemens Pornschlegel sind Literaturwissenschaftler am Institut für deutsche Philologie der LMU München. 

Lesung mit Mathilde Bundschuh, Philip Dechamps, Gunther Eckes, Max Koch und den Herausgebern.

Anschließend Zuschauergespräch im Marstall-Café.

Moderation: Andrea Koschwitz

Marstall
  • Sa 29. Apr 17, 19:00 Uhr

Heiner Müller am Resi

Der April steht im Zeichen von Heiner Müller mit dem Gastspiel "Der Auftrag" vom Schauspiel Hannover, der Wiederaufnahme von "Zement" im Residenztheater, Oliver Frljićs Premiere "Mauser" im Marstall + der Buchpremiere "Für alle reicht es nicht".

Heiner Müller am Resi