Antigone

von Sophokles

Deutsch von Ernst Buschor in einer Bearbeitung von Hans Neuenfels + Philipp Lossau

Der Bürgerkrieg, der ein Bruderkrieg war, ist vorüber. Nachdem sich Eteokles und Polyneikes, die Söhne des Ödipus, im Kampf um die Macht gegenseitig erschlagen haben, hat Kreon den Thron besetzt. Das Zwei­deutige der Geschichte ist dem neuen Macht­haber unheimlich. Um sich Geltung zu verschaffen, erlässt er ein Gesetz, demzufolge der eine Bruder bestattet werden soll, der andere nicht. Kreons politisches Schicksal hängt fortan an der Geltung dieses Gesetzes. Antigone fordert diese heraus, in­dem sie den verfemten Bruder zweimal bestattet. Da sie ihren Tod im Namen einer höheren Ordnung von vornherein in Kauf nimmt, sind Kreons Gesetze und Sanktionen machtlos gegen sie. Die Frage da­nach, wann und unter welchen Umständen Gesetze Gültigkeit beanspruchen können, stellt Antigone radikal. Es ist die Frage nach Freiheit und Gebun­denheit. Die Ordnung, die Kreon mit allen Mitteln erhalten wollte, wird Antigones Tod nicht überleben: "Lass keinen neuen Morgen leuchten!", sagt der Herrscher am Ende von Hans Neuenfels‘ Neufassung der Übersetzung von Ernst Buschor. Weil er sich keinen vorstellen kann.

Hans Neuenfels, dessen Arbeitsbiographie seit langem von einer intensiven Beschäftigung mit der griechischen Klassik geprägt ist, kehrt mit dieser Inszenierung nach sechzehn Jahren ans Residenz­theater zurück.

 

Residenztheater
  • Di 24. Jan 17, 20:00 Uhr
  • Do 16. Feb 17, 20:00 Uhr
  • Mo 20. Feb 17, 20:00 Uhr
  • Sa 25. Feb 17, 20:00 Uhr
  • premiere 10 Dez 16
  • Vorstellungsdauer ca. 2 std.
  • Keine Pause
  • Regie Hans Neuenfels
  • Mitarbeit Regie Philipp Lossau
  • Bühne Katrin Connan
  • Kostüme Michaela Barth
  • Komposition Arno Waschk
  • Licht Stefan Bolliger
  • Dramaturgie Sebastian Huber

ANTIGONE

Inhaltsangabe

In Theben ist ein blutiger Bruderkrieg zuende gegangen. Nachdem Ödipus sich geblendet und die Stadt verlassen hatte, waren seine Söhne Eteokles und Polyneikes übereingekommen, die Macht zu teilen und abwechselnd für je ein Jahr zu regieren. Nach dem ersten Jahr auf dem Thron aber war Eteokles nicht gewillt, Polyneikes seinen Platz zu räumen und verbannte den Bruder aus der Stadt. Dieser wandte sich an Adrastos, den König von Argos, der sich bereit erklärte, ihn bei der Rückeroberung Thebens zu unterstützen. Es kam zu einer überaus verlustreichen Belagerung der siebentorigen Stadt.

ANTIGONE

Aufbau für: "Antigone".

Aufbau für: "Antigone".

KÖPFE IN STÜCKEN 05: Steht alles schon bei Marx

Ein Fortsetzungsroman von Dietmar Dath

Svenja schluckte trocken und sagte dann: "Die Zeit kratzt mit den Füßen am Käfigboden. Wir werden uns durch Ziegenpeter, Bärendreck und Flusen kämpfen müssen." Weil den beiden Jungs nicht gelungen war, sie aus dem aufgegebenen Taxi zu ziehen, waren beide notgedrungen eingestiegen, um nicht von ihr getrennt zu werden. Sven saß am Steuer, Svenjamin improvisierte den nötigen, schmutzig-giftigen Eingriff, das Durchstechen von Svenjas verschlossenen und zurückgebildeten Ohren. Schwärzliches Blut lief aus ihrem Kopf, das Svenjamin notdürftig mit dem Taschentuch wegtupfte und aufsog. Aus ihrem Mund fielen haltlose Worte, Reste von efferenten Folgen der Diskrepanz zwischen Seh- und Hörsinn.

KÖPFE IN STÜCKEN 05: Steht alles schon bei Marx

Antigone Programmheft Auszug (PDF)

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AUSNAHMEZUSTAND: DIE NEUE SPIELZEIT AM RESIDENZTHEATER

Martin Kušej präsentiert seine Pläne für die Saison 2016/17

Am 11. Mai 2016 stellte Intendant Martin Kušej im Rahmen einer Pressekonferenz sein Programm für die kommende Spielzeit 2016/17 vor. Mit dem neuen Spielplan verstärkt Martin Kušej die politische Ausrichtung des Residenztheaters, dessen Qualität der Intendant vor allem in seinem starken Ensemble sieht. Zu Zeiten einer tatsächlichen oder herbeigeredeten Legitimationskrise, in der das Politische leichterhand infrage gestellt wird und mit inneren und äußeren Bedrohungen spekuliert wird, stehen daher die Katastrophenerfahrungen, die in der Dramatik der vergangenen Jahrhunderte gespeichert sind, im Zentrum des Spielplans des Residenztheaters.

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