Heiner Müller am Resi

Der April steht am Resi ganz im Zeichen von Heiner Müller.

Am 31. März + 1. April ist das Schauspiel Hannover mit der Erinnerung an eine Revolution "Der Auftrag" zu Gast. Heiner Müller selbst liest darin den Text: der Mitschnitt einer Lesung von 1980 bildet die Grundlage für Corinna Harfouchs clowneskes Spiel. Begleitet wird die Revue aus Pierrot-Szenen, Zirkusnummern und Marionettenspiel vom Live-Soundtrack der Band "Die Tentakel von Delphi". Jürgen Kuttner und Tom Kühnel konterkarieren in ihrer Inszenierung Heiner Müllers Sprachmodus mit einem zirzensischen Fest der Theatermittel: "Müller ist der beste Sprecher seiner Texte, weil er nicht so tut als ob er sie versteht." (Jürgen Kuttner)
"Geboten wird der vergnüglichste und zugleich authentischste Müller aller Zeiten – diesen Spagat muss man erst mal hinkriegen." (Süddeutsche Zeitung)

Dimiter Gotscheffs Inszenierung "Zement" steht am 8. April wieder auf dem Spielplan. Die Inszenierung wurde 2014 zum Berliner Theatertreffen eingeladen und ist die letzte Regiearbeit von Dimiter Gotscheff: "Für mich sind diese Texte – ob sie nun von Sophokles stammen oder von Müller – eine Fundgrube, ein Geröll. Da kann man einfach nur zugreifen und mitgestalten."

Am 27. April feiert Oliver Frljić mit "Mauser" Premiere im Marstall. Frljić stellt sich in Heiner Müllers Stück von 1970 die Frage, ob gesellschaftlicher Wandel ohne Gewalt zu haben ist, und was es hieße, wenn dem nicht so wäre.

Am Ende des Monats ist das radikale Versdrama "Philoktet" zurück im Cuvilliéstheater. 1968 im Residenztheater uraufgeführt, erfährt es in der gegenwärtigen politischen Landschaft neue Brisanz und lenkt den Blick auf die Allgegenwärtigkeit von Krieg, politischer Lüge und Gewalt.

Neben den Vorstellungen seiner Stücke stellen wir am 29. April die aktuell in der edition suhrkamp erscheinende Anthologie mit Texten Heiner Müllers zum Thema "Kapitalismus" vor. "Für alle reicht es nicht", Müllers lakonisch formulierte Prognose heraufziehender Verteilungskämpfe wurde im Taumel der Wende ebenso oft belächelt wie zurückgewiesen. Mit dem Ausbrechen barbarisch geführter Terrorkriege und den daraus resultierenden Flüchtlingsströmen ist sie allerdings Realität geworden.

"Was man braucht ist Zukunft und nicht die Ewigkeit des Augenblicks. Man muss die Toten ausgraben, wieder und wieder, denn nur aus ihnen kann man Zukunft beziehen." (Heiner Müller)

Buchpremiere Heiner Müller: "Für alle reicht es nicht" – Texte zum Kapitalismus

Buchpremiere Heiner Müller: "Für alle reicht es nicht" – Texte zum Kapitalismus

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Mauser Programmheft Auszug (PDF)

Mauser Programmheft Auszug (PDF)
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"Man muss die Toten ausgraben, wieder und wieder"

Heiner Müllers "Zement" und die Erinnerung an eine vergessene Revolution

Am 8. April ist endlich wieder "Zement" von Heiner Müller in der Regie von Dimiter Gotscheff, zugleich die letzte Arbeit des Theaterregisseurs vor seinem Tod, im Residenztheater zu sehen. Die Inszenierung eröffnete 2014 das 51. Berliner Theatertreffen. Es spielen u. a. Bibiana Beglau, Sebastian Blomberg und Valery Tscheplanowa.

"Man muss die Toten ausgraben, wieder und wieder"
Der Auftrag

Der Auftrag

Erinnerung an eine Revolution von Heiner Müller

Der Auftrag
Mauser

Mauser

von Heiner Müller

Mauser
Philoktet

Philoktet

von Heiner Müller

Philoktet
Zement

Zement

von Heiner Müller

Zement